OKF — Open Knowledge Format
Stand: 2026-08-21
OKF (Open Knowledge Format) ist eine offene Konvention für Markdown-Wissenssammlungen: reine Markdown-Dateien mit einem kleinen, einheitlichen Frontmatter-Kopf. Diese Seite erklärt, was OKF ist, was Plainva dafür automatisch tut — und warum Du nichts davon nutzen musst.
Was ist OKF?
Die Idee: Jedes Dokument im Vault sagt selbst, was es ist. Dafür genügt ein Minimalkopf im Frontmatter:
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type: Note
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# Meine Notiz
type— welche Art Dokument das ist (z. B.Note,Daily Note,Projekt). Das einzige Pflichtfeld der Konvention.okf_version— die Version der Konvention, der der Vault folgt. Sie steht einmal in der Wurzel-index.md(aktuell"0.2"), nicht in jeder Notiz.index.md— pro Ordner darf eineindex.mdals Inhaltsverzeichnis liegen; die Namenindex.mdundlog.mdsind dafür reserviert und sollten nicht für normale Notizen verwendet werden.
Schreibst Du Dateien mit einem Werkzeug oder Skript? Der genaue Feldvertrag — erlaubte Werte, wie jeder Eigenschaftstyp serialisiert wird und die Reservname-Regeln — steht in der Dateiformat-Referenz.
Woher OKF kommt: OKF ist eine offene Spezifikation von Google Cloud (GoogleCloudPlatform/knowledge-catalog, Apache-2.0-Lizenz). Plainva folgt OKF 0.2 (veröffentlicht am 25. Juli 2026). Neu in 0.2 sind fünf optionale Felder, mit denen eine Notiz sagt, woher sie stammt, ob jemand sie geprüft hat und ob sie noch gilt — generated, verified, sources, stale_after und status. Was Plainva davon zeigt und schreibt, steht unten unter „Herkunft, Prüfung und Lebenszyklus”.
Warum nutzt Plainva OKF?
Reines Markdown ist wunderbar portabel — hat für sich genommen aber keine verlässliche Struktur. OKF ergänzt genau so viel davon wie nötig, und alles bleibt gewöhnliches Markdown mit Standard-Frontmatter:
- Datenbanken, Filter und Vorlagen können sich auf Struktur verlassen. Jede Notiz trägt einen
type— so bleiben.base-Ansichten über reine Dateien robust. - Ordner bleiben navigierbar. Eine
index.mdals Inhaltsverzeichnis pro Ordner funktioniert für Menschen wie für Werkzeuge. - Skripte und KI-Assistenten können sicher mit Deinem Vault arbeiten, weil das Format auf der Platte einheitlich und dokumentiert ist.
- Kein Lock-in. OKF ist eine offene Konvention über reinem Markdown — auch andere OKF-Werkzeuge verstehen Deine Dateien, heute und in zehn Jahren.
Was Plainva automatisch macht
Neue Dateien bekommen den OKF-Kopf automatisch: Jede in Plainva angelegte Notiz erhält type ins Frontmatter — die Versionsangabe okf_version steht seit OKF 0.2 nur noch einmal in der Wurzel-index.md, nicht mehr in jeder Notiz. Welche Werte, stellst Du pro Vault ein: Einstellungen → Vault → Inhalt & Struktur → OKF (Open Knowledge Format) → type für neue Notizen (Standard Note) und type für Daily Notes (Standard Daily Note). Bringt eine Vorlage ein eigenes type mit, gewinnt die Vorlage.
Bestehende Dateien werden nie ungefragt verändert. Plainva ergänzt OKF-Felder nur beim Anlegen neuer Dateien oder wenn Du die Konvertierung ausdrücklich startest.
Geschützte Systemfelder: Im Eigenschaften-Panel sind type und — wo es in älteren Notizen noch steht — okf_version als OKF-Systemfelder gekennzeichnet („OKF-Systemfeld – wird von Plainva verwaltet”): Der type-Wert ist per Dropdown bekannter Typen wählbar, okf_version ist reine Anzeige; Umbenennen, Typwechsel und Löschen sind gesperrt, damit die Konvention nicht versehentlich bricht.
Das Erklärmodal: Was ist OKF? in den Einstellungen gibt Dir die Kurzfassung in drei Sätzen und einen Link auf diese Seite. Es öffnet sich nicht mehr von selbst; enthält ein Vault Dateien, die dem OKF nicht folgen, sagt Plainva das einmalig in einer kleinen Meldung mit einem Knopf, der direkt zur Umwandlung führt.
Herkunft, Prüfung und Lebenszyklus (OKF 0.2)
Seit OKF 0.2 kann eine Notiz sagen, woher sie stammt, wer sie geprüft hat und ob sie noch gilt. Plainva macht daraus drei Dinge:
Was Plainva zeigt.
- Eine Notiz mit
status: draftoderstatus: deprecatedträgt im Dokumentkopf ein Abzeichen — Entwurf bzw. Eingestellt.stablebleibt still; eine eigenestatus-Spalte mit anderen Werten (etwaOffenin einer Aufgaben-Datenbank) ist kein Lebenszyklus-Zustand und bekommt kein Abzeichen. - Ist
stale_afterüberschritten, steht über der Notiz der Hinweis Als veraltet markiert (seit …) mit einem Sprung zu den Eigenschaften. Der Hinweis ist reine Anzeige — Plainva ändert an der Notiz nichts. - Der Abschnitt Vertrauen & Herkunft im Eigenschaften-Bereich (am Telefon: im Kontext-Blatt der Notiz) fasst die Felder zusammen und leitet daraus eine Vertrauensstufe ab: Nicht geprüft, Maschinell bestätigt oder Von einer Person geprüft — dazu Erzeugt-von, die Geprüft-Liste, Quellen als anklickbare Links, Status und Veraltet-ab.
Was Plainva schreibt.
generated(und, wo eine Quelle vorliegt,sources) setzen genau drei maschinelle Schreibwege: der Import (plainva-import/<Version>, ein Zeitpunkt je Lauf — auch der Import-Bericht trägt ihn), die E-Mail-Erfassung (plainva-mail-capture/<Version>, mit der Message-ID der Nachricht als Quelle) und der Aufgaben-Abgleich (plainva-task-sync/<Version>, nur beim Anlegen einer Notiz).verifiedschreibt nur Als geprüft markieren im Abschnitt Vertrauen & Herkunft: Plainva hängthuman:<Dein Name>mit dem aktuellen Zeitpunkt an die Liste an — eine zweite Prüfung überschreibt die erste nie. Deinen Namen fragt Plainva einmal pro Vault ab; er bleibt auf diesem Gerät und ist unter Einstellungen → Vault → Inhalt & Struktur → Prüfername änderbar.- Der Editor rührt keines dieser Felder von sich aus an, und bestehende Notizen werden nie nachträglich bestempelt.
statusundstale_aftersetzt Du selbst, als Eigenschaft oder im Frontmatter.
Bundle-Version anheben. Die Version der Konvention steht einmal in der Wurzel-index.md. Ein Vault, der noch "0.1" deklariert, funktioniert unverändert weiter — unter Einstellungen → Vault → Inhalt & Struktur → Bundle-Version (am Telefon: Einstellungen → Vault → Wartung → Bundle-Version) hebst Du ihn mit Anheben… auf 0.2. Der Dialog zeigt vorher, was sich ändert: die Zeile in der Wurzel-index.md und, als Häkchen (standardmäßig an), das Entfernen des veralteten okf_version-Feldes aus den Notizen, die es noch tragen. Vor jeder Änderung wird ein Backup angelegt; Aufräumen… erledigt nur den zweiten Teil. Die Feldtabelle und die Schreibregeln im Einzelnen stehen in der Dateiformat-Referenz.
index.md: das Inhaltsverzeichnis je Ordner
Eine index.md ist das Inhaltsverzeichnis eines Ordners: eine Liste der enthaltenen Notizen und Unterordner mit Beschreibungen und relativen Links.
- Erzeugen — immer auf Deine Aktion hin, nie automatisch aus dem Nichts: Rechtsklick auf einen Ordner → index.md erzeugen/aktualisieren, oder gesammelt über die index.md-Verwaltung (Einstellungen → Vault → Inhalt & Struktur).
- Übernehmen statt erzeugen — hast Du bereits Überblicksnotizen (MOC, Übersicht, Folder-Note, README …), schlägt die Verwaltung sie als Kandidaten vor. Übernehmen benennt die Datei zu
index.mdum (Links werden vault-weit aktualisiert) und kann sie optional OKF-konform aufbereiten. - Automatische Pflege — von Plainva erzeugte Listings tragen am Dateiende eine unsichtbare Markierung (ein HTML-Kommentar). Nur solche markierten Dateien hält Plainva automatisch aktuell, sobald sich im Ordner etwas ändert — und nur in OKF-Vaults (erkennbar an
okf_versionin der Wurzel-index.md). - Schreibgeschützt mit Ausweg — verwaltete index.md-Dateien öffnen im Lesemodus mit dem Banner „Diese index.md wird von Plainva verwaltet und automatisch aktualisiert.” Dort kannst Du Aktualisieren — oder Trotzdem bearbeiten: Das entfernt die Markierung, und die Datei gehört wieder ganz Dir (keine automatischen Updates mehr).
- Alle auf einmal — Alle index.md aktualisieren gibt es im Kontextmenü des Vault-Stamms und in den Einstellungen; Dateien ohne Markierung werden dabei übersprungen.
- Lücken füllen — im index.md-Manager wählt der Knopf In allen Ordnern ohne index.md erzeugen jeden Ordner vor, der noch keine index.md hat, sodass Du sie in einem Durchgang anlegst.
- Am Telefon — dasselbe mit zwei Türen: Beim Halten eines Ordners bietet das Blatt Übersicht erzeugen bzw. Übersicht aktualisieren an — je nachdem, was der Ordner braucht. Für den seltenen Aufräum-Durchgang über alles gibt es Einstellungen → Vault → Wartung → Übersichten: Ordner ohne Übersicht stehen oben, und In allen N Ordnern ohne index.md erzeugen legt sie in einem Zug an. Ein Ordner, dessen
index.mdDu selbst geschrieben hast, wird gelistet und in Ruhe gelassen — Übernehmen ist eine benannte Entscheidung in dieser Liste, kein Nebeneffekt eines Fingertipps. Auch die automatische Pflege läuft jetzt am Telefon: Ein dort bearbeiteter Vault veraltet nicht mehr, bis ein Desktop ihn öffnet. - In der Leseansicht erscheinen verwaltete Listings als Karten mit Datei-/Ordner-Icons; Links öffnen direkt in Plainva.
Einen bestehenden Vault konvertieren (Opt-in)
Wenn Dateien im Vault nicht dem OKF-Format entsprechen (fehlendes type-Feld oder reservierte Namen als normale Notiz), bietet Plainva die Konvertierung an — einmalig beim Öffnen des Vaults und dauerhaft unter Einstellungen → Vault → Inhalt & Struktur (der Eintrag erscheint nur, solange es etwas zu tun gibt).
Der Wizard In OKF-Format überführen arbeitet in klaren Schritten:
- Scan — zeigt, wie viele Dateien betroffen sind (Vorlagen- und Systemordner sind ausgenommen; Dateien mit unlesbarem Frontmatter werden übersprungen, nie „repariert”).
- Entscheidungen — Standard-
typefür Dateien ohnetype; bestehendetype-Werte kannst Du übernehmen (empfohlen — sie sind bereits gültige OKF-Typen) oder in ein anderes Feld umbenennen lassen. - Vorschau (ohne Änderungen) — ein Dry-Run zeigt vorab, was sich ändern würde.
- Konvertieren — vor jeder Änderung wird die Datei nach
.plainva/backups/gesichert; ein Bericht fasst Geändertes, Übersprungenes und den Backup-Ordner zusammen. Danach geht es optional weiter zur index.md-Verwaltung.
Tipp aus dem Wizard: Die Änderungen laufen normal durch die Synchronisation — bei Git-Vaults vorher committen.
Am Telefon
Denselben Weg gibt es auch mobil: Einstellungen → Vault → Wartung → In OKF-Format überführen. Der Ablauf ist derselbe — Scan, Entscheidungen, Vorschau, Konvertieren —, und die Vorschau nennt die betroffenen Notizen namentlich, bevor etwas geschrieben wird.
Zwei Dinge kommen dazu, weil ein Telefon eine App jederzeit aus dem Speicher nehmen darf:
- Anhalten und Fortsetzen. Der Lauf hört an der nächsten Datei auf, wenn Du Anhalten tippst oder die App in den Hintergrund geht. Fortsetzen schreibt in denselben Backup-Ordner weiter — es entsteht kein zweiter.
- Beim Start gefragt. Bleibt ein Lauf unvollendet, sagt Plainva das beim nächsten Öffnen und bietet Fortsetzen oder Zurückrollen an; Später ist eine gültige Antwort. Ein unterbrochener Lauf lässt einen unvollständig konvertierten Vault zurück, keinen kaputten: Es werden nur Frontmatter-Felder ergänzt, jede Notiz bleibt gültiges Markdown.
Zurückrollen stellt die Dateien aus dem Backup-Ordner wieder her — auch am Desktop, dort im Bericht am Ende des Laufs. Der Backup-Ordner bleibt danach liegen; er ist die einzige Kopie des Zustands vor der Konvertierung.
Muss ich OKF nutzen?
Nein. OKF ist ein sanfter Standard:
- Neue Dateien bekommen den Kopf automatisch — das stört nirgends und kostet nichts.
- Bestehende Vaults (z. B. aus Obsidian) funktionieren unverändert weiter; die Konvertierung ist strikt Opt-in.
- Ein fehlendes
okf_version— oder eines, das in älteren Notizen noch steht — gilt nicht als Verstoß; Du kannst Plainva und Obsidian dauerhaft parallel nutzen, ohne Dauer-Hinweise. - Obsidian und jeder andere Editor können alle Dateien weiterhin öffnen: Es ist und bleibt normales Markdown.
Siehe auch
- Dateiformat-Referenz — der genaue Formatvertrag für jede Vault-Datei
- Notizen & Markdown — Frontmatter und Eigenschaften
- Datenbanken (.base) — was ein einheitlicher
typepraktisch bringt - FAQ & Fehlerbehebung — u. a. Backups und schreibgeschützte index.md