Datenbanken (.base)
Stand: 2026-07-07
Mit .base-Dateien verwandelst Du Notizen in Datenbanken: Tabellen, Boards, Kalender — mit Filtern, typisierten Eigenschaften und Relationen zwischen Datenbanken. Das Konzept ähnelt Notion-Datenbanken, mit einem entscheidenden Unterschied: Die Daten liegen nicht in der Datenbank, sondern in Deinen Notizen.
Tipp: Legst Du einen neuen Vault mit der Vorlage PARA, GTD, Zettelkasten oder Journal an (siehe Erste Schritte), sind passende Datenbanken bereits fertig eingerichtet und untereinander verknüpft — ein guter Ausgangspunkt, um zu sehen, wie alles zusammenspielt.
Das Kernkonzept
Eine .base-Datei speichert nur die Sicht auf Deine Notizen: welche Quellen (Ordner, Tags), welche Ansichten, welche Filter und Spalten. Die eigentlichen Werte stehen im Frontmatter der einzelnen Markdown-Notizen — jede Tabellenzeile ist eine Notiz.
Das heißt konkret:
- Änderst Du eine Zelle in der Tabelle, schreibt Plainva den Wert in das Frontmatter der Notiz.
- Löschst Du die
.base-Datei, verlierst Du nur die Sicht — alle Daten bleiben in den Notizen erhalten. - Dieselben Notizen können in beliebig vielen Datenbanken zugleich auftauchen.
Das Dateiformat ist mit Obsidians Bases-Format kompatibel (Details am Seitenende).
Eine Datenbank anlegen
- Dateibaum: Rechtsklick → Neue Datenbank (.base) — oder über den Neu-Knopf der Seitenleiste (Neue Base).
- Der Wizard Neue Datenbank fragt zwei Dinge: die Datenquelle (mindestens ein Ordner oder ein Tag; Kombinationen grenzen weiter ein — ein Zähler zeigt live, wie viele Notizen passen) und die Spalten (in den gefundenen Notizen vorhandene Eigenschaften zum Übernehmen). Dann Datenbank erstellen.
- In einer Notiz: Slash-Befehl Datenbank einbetten (bestehende
.baseinline anzeigen) oder Inline-Datenbank erstellen (neue.baseim Ordner anlegen und einbetten).
Jede Datenbank kann ein eigenes Icon mit Icon-Farbe der Datenbank tragen — sichtbar im Dateibaum, in Tabs und im Header.
Ansichten
Eine Datenbank kann beliebig viele Ansichten haben; jede hat einen Ansichtstyp:
| Ansicht | Wofür |
|---|---|
| Tabelle | Klassisches Raster, sortierbar, mit Inline-Editing und optionalen Unterelementen |
| Liste | Kompakte Zeilenliste |
| Galerie | Karten mit optionalem Titelbild |
| Board | Kanban-Spalten, gruppiert nach einer Eigenschaft (Gruppieren nach) — Karten per Drag verschieben ändert den Wert |
| Kalender | Einträge nach Datumsfeld auf einem Monatskalender, Einträge per Drag verschiebbar |
| Zeitachse | Zeitstrahl mit Startdatum und optionalem Enddatum |
Ansicht hinzufügen legt neue an; über Ansichts-Optionen kannst Du Umbenennen, Duplizieren, Löschen und die Reihenfolge per Drag ändern. Welche Ansicht zuletzt aktiv war, merkt sich Plainva pro Datei. Kalender und Zeitachse brauchen ein Datumsfeld (Nur Datum oder Datum & Uhrzeit als Format); Einträge zeigen die in den Eigenschaften aktivierten Felder an.
Konfigurieren: Quellen, Filter, Sortierung, Eigenschaften
Der Knopf Konfigurieren (oben rechts) öffnet das Panel mit vier Bereichen:
- Datenquelle — Ordner- und Tag-Quellen der Datenbank (auch das Hauptverzeichnis ist wählbar). Keine Quelle = alle Dateien.
- Filter — Regelzeilen aus Eigenschaft, Operator und Wert. Die Operatoren passen sich dem Feldtyp an: ist / ist nicht / enthält / enthält nicht / ist leer / ist nicht leer, für Zahlen größer als / kleiner als / mindestens / höchstens, für Datumsfelder nach / vor / ab / bis. Die Logik oben entscheidet, ob Alle Bedingungen (UND) oder Beliebige (ODER) gelten. Mit Gruppe hinzufügen baust Du Notion-artige Filtergruppen: ein Kasten mit eigener UND/ODER-Logik innerhalb der Hauptlogik. Sehr verschachtelte Filter aus Obsidian zeigt Plainva als Komplexer Filter (nicht editierbar) an — sie bleiben erhalten und werden angewendet.
- Sortierung — mehrere Sortierregeln (Aufsteigend/Absteigend); die Priorität änderst Du per Drag.
- Eigenschaften — Spalten ein-/ausblenden, die Reihenfolge per Drag ändern, Neue Eigenschaft anlegen.
Eigenschaften und Feldtypen
Ein Klick auf einen Spaltenkopf öffnet den Eigenschafts-Editor (Eigenschaft: X):
- Name — Umbenennen wirkt auf die Notizen: Beim Speichern wird die Eigenschaft in allen passenden Notizen im Frontmatter umbenannt (mit Bestätigung und Fortschrittsanzeige).
- Feldtyp — Text, Zahl, Kontrollkästchen, Datum, Datum & Uhrzeit, Liste, Tags, Auswählen, Status, Mehrfachauswahl, URL, E-Mail, Telefon, Relation (dasselbe gruppierte Typ-Menü wie im Eigenschaften-Panel der Notizen).
- Optionen (bei Auswahl/Status/Mehrfachauswahl) — feste Werte mit Farbe und bei Status einer Gruppe/Stufe (z. B. offen → in Arbeit → erledigt); Reihenfolge per Drag.
- Eigenschaft löschen — entfernt Spalte, Schema, Filter und Sortierungen aus der Datenbank. Die Checkbox Auch aus dem Frontmatter der Notizen entfernen (standardmäßig an) bereinigt zusätzlich die Quell-Notizen.
Hinweise zum Verhalten:
- Fehlt eine Eigenschaft in manchen Notizen, bietet Plainva an, sie leer in N Quelldateien einzutragen.
- Bei Auswählen, Status, Mehrfachauswahl, Liste und Tags trennt ein Komma im Wert mehrere Einträge; im Typ Text bleibt das Komma normaler Text.
- Die OKF-Systemfelder
typeundokf_versionsind auch hier geschützt: Name, Feldtyp und Löschen sind gesperrt, undokf_versionlässt sich in den Zellen nicht bearbeiten (Hintergrund: OKF).
Relationen
Relationen verknüpfen Notizen miteinander — wie in Notion, aber gespeichert als ganz normale [[Wiki-Links]] im Frontmatter (in Obsidian als klickbare Property-Links sichtbar).
- Anlegen: Neue Eigenschaft vom Feldtyp Relation. Optional wählst Du eine Ziel-Datenbank (.base) — dann schlägt der Picker nur Notizen aus dieser Datenbank vor (leer = Beliebige Notiz; Diese Datenbank erlaubt Selbst-Relationen). Die Kardinalität begrenzt auf Genau 1 oder lässt Keine Begrenzung.
- Werte setzen: Der Picker sucht Notizen, schließt den aktuellen Eintrag aus und kann per Neue Notiz anlegen direkt ein Ziel erstellen. Zeigt ein Chip „Verlinkte Notiz existiert nicht”, ist der Link verwaist (Ziel gelöscht/umbenannt außerhalb von Plainva).
- Rückrelation: Die Option Auf „X” anzeigen legt in der Ziel-Datenbank eine berechnete Spalte an, die die Verknüpfungen rückwärts zeigt — sie ist direkt editierbar (Änderungen schreiben in die verlinkenden Notizen). Löschen der Relation nimmt ihre Rückspalte mit.
- Unterelemente: Bei Selbst-Relationen kannst Du Unterelemente aktivieren — Einträge mit Eltern-Relation erscheinen in der Tabelle aufklappbar unter ihrem Eltern-Eintrag (Zyklen werden abgefangen; ausgeschaltet bleibt die Liste flach, die Werte bleiben erhalten).
- Board nach Relation: Boards können nach einer Relation gruppieren; Karten-Drag zwischen Spalten setzt den Link um.
- Filter auf Relationen: enthält / enthält nicht / ist leer / ist nicht leer, mit Notiz-Auswahl.
- Backlinks zählen mit: Frontmatter-Links erscheinen im Backlinks-Panel, und Datei-Umbenennungen ziehen Relation-Links automatisch nach.
Neue Einträge anlegen
Der Eintrag-Knopf oben links (vormals Neu; klar getrennt vom globalen Neu der Seitenleiste) erstellt ein neues Element:
- Der Dateiname folgt dem Muster
{Datenbankname}_{laufende Nummer}(Leerzeichen werden zu_); die Notiz startet mit passender Überschrift und erbt Tag-Quellen sowie einfache Filterwerte der Datenbank, damit sie sofort in der Ansicht erscheint. Danach öffnet sich das Peek-Fenster zum Ausfüllen. - Ablage-Ordner: Neue Elemente landen dauerhaft in einem festgelegten Ordner. Hat die Datenbank keine Ordner-Quelle, führt Dich ein Dialog einmalig durch die Anlage; bei mehreren Ordner-Quellen wählst Du einmal aus. Später jederzeit änderbar über das Pfeil-Menü am Knopf → Ablage-Ordner ändern….
- Vorlagen: Das Pfeil-Menü (Vorlagen und Ablage-Ordner) listet die Vorlagen Deines Vault-Template-Ordners — einmalig nutzen, per Stern Als Standard setzen (gilt dann für jeden Klick auf Eintrag dieser Datenbank) oder Neue Vorlage erstellen (eine neue Vorlage startet mit einer
# {{title}}-Überschrift, sodass daraus erstellte Einträge ihren Dateinamen als H1 bekommen).
Bedienung im Alltag
- Inline-Editing: Ein Einfach-Klick in eine Zelle (oder auf einen Karten-Wert) macht sie editierbar — in allen Ansichten.
- Öffnen: Ein Klick auf den Eintragstitel öffnet die Notiz im Peek-Fenster — einem frei beweglichen Fenster, das Du an der Titelleiste verschieben und an der Ecke in der Größe anpassen kannst. Es hat eine eigene Zurück/Vorwärts-Historie für die darin geöffneten Notizen, einen Umschalter, der eine Eigenschaften-Spalte für die gezeigte Notiz einblendet, sowie Als Tab öffnen und Im Split öffnen.
Strg+Klick öffnet direkt im Split; alternativ ziehst Du eine Karte auf die Drop-Zone Hier ablegen: im Split öffnen. - Drag: Beim Ziehen von Karten (Board, Kalender, Zeitachse) folgt eine Ghost-Karte dem Mauszeiger.
- Einbetten: Datenbanken lassen sich in Notizen einbetten (Slash-Befehl Datenbank einbetten oder
@→ Datenbanken) und dort vollwertig bedienen. - Automatischer Filter in einem verknüpften Element: Bettest Du eine Datenbank in ein einzelnes Element einer verknüpften Datenbank ein, wird sie automatisch auf dieses Element gefiltert — bette die Aufgaben-Datenbank in eine Projekt-Notiz ein, und Du siehst nur die Aufgaben dieses Projekts. Das funktioniert in beide Richtungen (die „Viele”-Seite einbetten, um die auf das Element zeigenden Zeilen zu sehen, oder die „Eins”-Seite, um zu sehen, worauf das Element zeigt) und für selbstverknüpfte Datenbanken mit einer Über-/Unterelemente-Hierarchie (bettest Du die Datenbank in ein Element ein, erscheinen dessen Unterelemente, verschachtelt). Ein kleiner Filter-Chip in der Kopfzeile des Embeds zeigt, worauf gefiltert wird; darüber kannst Du die Relation wechseln oder Alle anzeigen wählen. Der Filter wird nie in die
.base-Datei geschrieben — dieselbe Datenbank zeigt also in jedem Element, in das sie eingebettet ist, die richtigen Zeilen. - Neue Einträge erben die Verknüpfung: Legst Du mit Eintrag innerhalb eines so gefilterten Embeds einen Eintrag an, wird er automatisch mit dem Element verknüpft (eine Aufgabe, die Du in der eingebetteten Aufgabenliste eines Projekts anlegst, gehört sofort zu diesem Projekt). In der Gegenrichtung wird stattdessen das Element mit dem neuen Eintrag verknüpft; eine bereits belegte Einzelwert-Relation bleibt unangetastet.
- Expliziter Filter „Diese Notiz” (wie Notions „this page”): Statt Dich auf den automatischen Filter zu verlassen, kannst Du ihn explizit und dauerhaft setzen. Füge unter Konfigurieren → Filter eine Regel auf einer Relations-Eigenschaft hinzu und wähle als Wert Diese Notiz. Die Datenbank ist dann auf die jeweilige Notiz gefiltert, in die sie eingebettet ist — ideal für Vorlagen: Bette die Aufgaben-Datenbank in eine Projekt-Vorlage ein, und jedes daraus erstellte Projekt zeigt seine eigenen Aufgaben. Es funktioniert für jede Wiki-Link-Eigenschaft, nicht nur für erkannte Relationen, und ein expliziter Diese Notiz-Filter hat Vorrang vor dem automatischen. Dieser Filter lebt nur in Plainva (er wird nicht als normaler Filter in die
.basegeschrieben), sodass Obsidian und ein Öffnen als eigener Tab beide alle Zeilen zeigen.
Beispiel: so sieht eine .base-Datei aus
.base-Dateien sind YAML — hier eine einfache Projektliste:
filters:
and:
- 'file.hasTag("projekt")'
properties:
note.status:
displayName: Status
plainva:
input: status
options:
- value: offen
color: teal
group: Aktiv
- value: erledigt
color: gray
group: Abgeschlossen
views:
- type: table
name: Alle Projekte
- type: table
name: Board
plainva:
render: board
groupBy: status
Alles Plainva-Spezifische (Farben, Board-Darstellung, Relationen, Ablage-Ordner) liegt unter plainva:-Schlüsseln.
.base-Dateien direkt bearbeiten (Werkzeuge und KI)
Wenn ein Skript oder ein KI-Assistent .base-Dateien schreibt, ohne den Weg über Plainva zu gehen, zählen drei harte Regeln — bei einem Verstoß weigert sich Obsidian, die ganze Datei zu öffnen:
- Nur die Top-Level-Schlüssel
filters,formulas,properties,views. Niemals einen weiteren Top-Level-Schlüssel ergänzen; alle Plainva-Extras liegen unter verschachteltenplainva:-Unterschlüsseln. - Jede View braucht einen nicht-leeren String-
name. - Ein
filters-Objekt trägt pro Ebene genau eines vonand/or/not(nie zwei nebeneinander).
Noch eine Stolperfalle: Eigenschafts-IDs sind in der properties:-Map und in order/sort einer View note.-präfigiert (note.status), aber bare in Filter-Ausdrücken (status == "Erledigt") und in plainva-Unterschlüsseln (groupBy: status).
Der vollständige Formatvertrag — jedes Feld, das komplette zweiseitige Relations-Beispiel und die Regeln fürs sichere Bearbeiten — steht in der Dateiformat-Referenz.
Und Obsidian?
Das Format entspricht Obsidians Bases-Format; Plainva schreibt seine Erweiterungen ausschließlich in plainva:-Unterschlüssel, die Obsidian ignoriert („graceful degradation”):
- Obsidian öffnet die Datei fehlerfrei; Plainva-Ansichten wie Board/Kalender/Zeitachse erscheinen dort als einfache Tabelle.
- Rückrelations-Spalten erscheinen in Obsidian leer (sie sind berechnet); Relation-Werte in Notizen sind dort als klickbare Links sichtbar.
- Beim ersten Einsatz einer Plainva-Erweiterung weist ein Dialog (Plainva-Erweiterung) darauf hin; abschaltbar in den Einstellungen unter Erweiterte Datenbanken bzw. Warnhinweise.
Siehe auch
- Dateiformat-Referenz — der genaue
.base-Formatvertrag für Werkzeuge und das Bearbeiten von Hand - Notizen & Markdown — Eigenschaften/Frontmatter im Detail
- OKF — einheitliche
type-Felder machen Datenbanken verlässlicher