Plainva 0.8.5: Weiterleiten mit Anhängen
Nach 0.8.4 wollte ich eigentlich etwas Neues bauen. Stattdessen habe ich zwei Wochen lang nachgelesen, was Plainva mit Deinen Dateien tut, wenn gerade niemand hinsieht — beim Speichern, beim Abgleich, beim Umbenennen. Dabei kam mehr zusammen, als mir lieb war. 0.8.5 ist deshalb vor allem ein Release der Korrekturen. Eine neue Funktion ist trotzdem dabei, und mit der fange ich an.
Weiterleiten nahm die Anhänge nicht mit
Das war ein Loch, das ich selbst lange nicht bemerkt habe: Weiterleiten hat seit dem ersten Tag nur den Text mitgenommen. Jetzt gehen die Dateien des Originals mit, am Desktop und am Telefon. Jede Datei zeigt, ob sie noch lädt, da ist oder zurückbleibt, und bevor eine Nachricht ohne eine der gezeigten Dateien hinausgeht, fragt Plainva einmal nach. Aus einem Microsoft-Postfach geht jede Datei bis 2,8 MB mit; von sich aus lädt Plainva beim Weiterleiten höchstens 18 MB je Nachricht nach. Einen empfangenen Anhang kannst Du jetzt auch am Desktop mit In den Vault speichern ablegen.
Zwei Dinge sind mir daneben wichtig. Antworten, Weiterleitungen und neue Nachrichten beginnen am Desktop im Postfach der Nachricht, mit dessen Signatur — vorher nahm das Fenster einfach das erste gespeicherte Postfach. Und wenn der Mail-Server eine Nachricht ablehnt, kommt sie mit dem Grund zurück in ein Verfassen-Fenster, statt hinter einer Zeile Fehlertext zu verschwinden.
Einen Fehler nenne ich lieber offen: Wer zwei Microsoft- oder zwei Gmail-Postfächer im selben Vault verbunden hatte, las und sendete mit dem zweiten unter der Anmeldung des ersten. Das ist behoben, jedes Postfach meldet sich als sein eigenes Konto an.
Blocker, die mitziehen
Ich halte mir Zeiten gern in mehreren Kalendern frei: Der Termin steht im einen, ein Blocker im anderen. Bisher musste ich beide von Hand verschieben. Jetzt folgt der Blocker seinem Termin, wenn Du ihn verschiebst, änderst oder löschst, und ein Blocker, den Du selbst anfasst, fragt, ob Du ihn oder den Termin meinst. Ein neuer Termin steht außerdem sofort im Kalender und nicht erst, wenn der Anbieter geantwortet hat (#119). Und der Kalender bleibt nach einem gescheiterten Abruf nicht mehr leer: Eine Zeile sagt, was seit wann nicht abgeglichen ist.
Schreiben, ohne dass etwas hakt
Die Rechtschreibprüfung ist jetzt ein Schalter je Gerät. Er ist aus, bis Du ihn einschaltest, und gilt dann überall, wo Du schreibst — in Notizen, Tabellenzellen, E-Mails, Kommentaren, im Journal und in Aufgaben. Code, Schlüssel und Passwörter bleiben außen vor. Unter Linux hat der Schalter noch keine Wirkung.
Ein Hinweis aus #122 hat mich auf etwas gebracht, das ich an meinem eigenen Vault nie gespürt hatte: Unter Windows ließ jedes Speichern Plainva den ganzen Vault abgleichen, und in einem großen Vault stockte dabei das Tippen. Das ist vorbei. Und eine Tabellenzelle bearbeitest Du in einem Feld, das so hoch ist wie ihr Text (#118).
Links und Umbenennen
Wohin ein Wiki-Link führt, entschied Plainva bisher an mehreren Stellen leicht verschieden. Jetzt gilt eine Regel für Editor, Lesemodus, Graph und Backlinks: erst der Pfad, dann der Dateiname, zuletzt der title in den Eigenschaften. Und wenn Du eine Notiz umbenennst, ändert Plainva in den Notizen, die auf sie verlinken, nur noch das Linkziel — Zeichen für Zeichen, sonst nichts.
Wenn Du synchronisierst: bitte alle Geräte aktualisieren
Hier liegen die Korrekturen, die mir am wichtigsten sind. Arbeiteten zwei Geräte an derselben Datei, konnte eine Änderung verloren gehen, ohne dass ein Konflikt erschien — etwa wenn zwischen zwei Änderungen ein Upload nicht durchging. Und eine Textdatei, die kein UTF-8 ist, zum Beispiel eine CSV aus Excel, konnte der Sync beschädigt zurückschreiben. Beides ist behoben: Solche Dateien gehen jetzt Byte für Byte, und jede Datei behält ihre Zeilenenden, auch eine Notiz.
Bitte aktualisiere alle Geräte, die mit demselben Vault arbeiten. Die Korrekturen wirken auf jedem Gerät erst mit 0.8.5, und ein Gerät mit einer älteren Version kann eine solche Textdatei weiter beschädigt hochladen. Die aktualisierten Geräte behalten das Original dann als Konfliktkopie.
Dazu kommen drei Korrekturen an den Stellen, an denen Plainva neben dem Editor in eine Notiz schreibt: Eine Eigenschaft, ein Haken oder ein Journal-Eintrag ersetzt in einer Notiz mit offenem Konflikt nicht mehr Deinen eigenen Text. Wer eine Eigenschaft ändert, lässt alle anderen, wie sie geschrieben sind — aus 01067 wird nicht mehr 1067. Und eine Datei, deren Angaben sich einen Moment lang nicht lesen lassen, gilt nicht mehr als gelöscht.
Am Telefon
Die Befehlspalette erreicht zwölf Befehle mehr, große Pinnwände zeigen ihre Karten, und das Suchfeld in einer Notiz liegt nicht mehr unter der Statusleiste. Bei den Aufgaben öffnet das Datum die Datumsauswahl, und Alle auf heute holt Überfälliges in einem Schritt nach.
Auf Android ändert sich die Anmeldung bei Google: Wer eine eigene Client-ID eingetragen hat, meldet sich wieder über den Browser an. Seit 0.8.3 lief das nur über den Systemdialog, und der funktioniert allein mit dem eingebauten Eintrag. Schon verbundene Konten bleiben, wie sie sind.
Danke
Vier der Korrekturen gehen auf Meldungen zurück: #118, #119, #122 und #123 — das Kürzel der globalen Schnellerfassung lässt sich unter macOS wieder ändern. Verschlüsselte Workspaces, die Gerätekalender, Sprachnotizen und der Ortsstempel bleiben experimentell.
Plainva 0.8.5 ist für Desktop, Android und iOS-TestFlight verfügbar. Unter iOS bleibt die native Marketingversion 1.0; die TestFlight-Buildnummer kennzeichnet die neue Lieferung. Aktualisiere alle Geräte, die mit demselben Vault arbeiten, damit die gemeinsamen Verbesserungen überall greifen.
iOS TestFlight: 1.0 (136).