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Reines Markdown für die Zukunft: offene Formate und OKF

8. August 2026

Eine Frage stelle ich gern bei jeder Software, die etwas Wichtiges verwahrt: Was passiert damit, wenn die Firma dahinter verschwindet? Bei Notiz-Apps lautet die ehrliche Antwort meist: ein Export-Knopf und ein proprietäres Format, von dem Du hoffst, dass es in zehn Jahren noch irgendeine andere App lesen kann. Diese Frage ist im Grunde der Grund, warum es Plainva gibt, und aus ihr folgt eine Regel, an der ich hartnäckiger festhalte als an fast allem anderen in diesem Projekt: Es gibt nichts zu exportieren, weil Deine Notizen die ganze Zeit schon reine Dateien waren.

Reine Dateien, ganz nach unten durch

Notizen sind Markdown mit YAML-Frontmatter — dasselbe, das Du in Notepad, vim oder was auch immer in zehn Jahren existiert öffnen kannst. Datenbanken sind kleine, menschenlesbare .base-Dateien nach einer offenen, Obsidian-kompatiblen Konvention, nicht nach etwas, das ich mir selbst ausgedacht habe. Und weil „reine Dateien” für mich ein Versprechen ist, das ich beweisen will und nicht nur behaupten, habe ich mich hingesetzt und den tatsächlichen On-Disk-Vertrag in einer Dateiformat-Referenz aufgeschrieben — detailliert genug, dass ein anderes Werkzeug, ein Skript oder eine KI mit Ordnerzugriff einen Vault korrekt lesen und bearbeiten könnte, ganz ohne Plainva.

Die einzige Struktur, die ich mir erlaube

Diese Struktur ist OKF — Open Knowledge Format, bewusst leichtgewichtig: ein type-Feld, eine Versionsnummer, ein paar sinnvolle Index-Dateien. Dieses kleine Maß an Struktur lässt Datenbanken, Filter, Vorlagen und Navigation verlässlich funktionieren, ohne dass dafür ein geschlossenes Format nötig wäre. Alles andere bleibt genau so langweilig, wie eine Textdatei sein sollte.

Viel Software ist so gebaut, dass Weggehen Dich etwas kostet — Deine Daten, Deine Historie, Deine Zeit. Ich wollte das Gegenteil: Plainva zu verlassen sollte frei sein, nicht als Gefallen von mir, sondern weil das Format es schon so vorsieht. Können Deine Notizen jederzeit zur Tür hinausgehen, wird Bleiben zur Wahl statt zur Falle. Das ist der einzige Deal, den ich mir für etwas wünsche, in dem ich mein eigenes Denken aufbewahre.

— Marco