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Warum AGPL? Open Source, das offen bleibt

15. August 2026

Leute fragen mich ständig, warum Plainva unter der AGPL steht und nicht unter etwas Freundlicherem wie MIT, oder gar keiner Lizenz. Faire Frage — die meisten Notiz-Apps denken erst über Lizenzen nach, wenn ein Anwalt sie dazu zwingt. Ich habe schon am ersten Tag darüber nachgedacht, denn bei einem Werkzeug, das Deine Notizen halten soll, ging es bei der Lizenz nie wirklich um den Code. Es geht darum, was Plainva später werden darf.

Das Schlupfloch, das ich schließen wollte

Ich habe zugesehen, wie Open-Source-Projekte übernommen, in einen gehosteten Dienst verpackt und nie etwas zurückgegeben wurde — der Code blieb auf dem Papier „offen”, während der eigentliche Wert still hinter einem fremden Login verschwand. Die AGPL schließt genau diese Tür: Du darfst Plainva nutzen, lesen, ändern, Deinen eigenen Fork betreiben — aber sobald Du einen Dienst darauf aufbaust, muss der ebenfalls offen bleiben. Es geht nicht darum, Dich einzuschränken. Es geht darum, dass Plainva, oder jeder Fork davon, in zehn Jahren nicht still aufhören kann, offen zu sein.

Derselbe Reflex steckt dahinter, dass Plainva komplett auf Deinem Rechner läuft und Deine Notizen in Speicher ablegt, den Du schon besitzt. Es gibt gar keinen Plainva-Server, auf dem irgendetwas liegen könnte — das ist nicht nur eine Datenschutz-Nettigkeit, sondern eine Absage an das Modell, bei dem eine Firma Deine Sachen kostenlos hostet und später einen Weg findet, sie zu Geld zu machen. Hier gibt es nichts zu vermarkten, weil es nichts zu sehen gibt.

Wie ich das eigentlich finanziere

Förderungen für offene, gemeinnützige Software und freiwillige Unterstützung über GitHub Sponsors, Ko-fi und Liberapay — das ist das ganze Modell. Keine Datenernte, weil es nichts zu ernten gibt. Falls Plainva je etwas kostenpflichtig anbietet, wird es ein echter Dienst mit echten laufenden Kosten sein, etwa Hosted-Sync, nie eine Paywall auf einer Funktion, die schon auf Deinem eigenen Rechner prima läuft.

Offene Lizenz, kein Lock-in, finanziert von Leuten, die wollen, dass es das weiterhin gibt. Wenn das die Art Werkzeug ist, die Deine Notizen halten soll, probier es aus.

— Marco