Plainva 0.4.1: alle Cloud-Konten an einem Ort, viel mehr Mail-Anbieter und eine ruhigere App
0.4.0 hat viel auf einmal gebracht — eine Pinnwand, neu gebaute Einstellungen und einen frühen Kalender und E-Mail-Client. 0.4.1 zieht das nach: Es nimmt die Teile, die verstreut wirkten, und führt sie zusammen. Alle Deine Cloud-Logins liegen jetzt an einem Ort, E-Mail ist nicht mehr auf Google beschränkt, und die ganze Oberfläche hat einen ruhigen, durchgängigen Konsistenz-Durchlauf bekommen. Weiterhin reine Markdown-Dateien, weiterhin Deine Festplatte, weiterhin keine Formatänderungen.
Alle Cloud-Konten an einem Ort
Eine Cloud zu verbinden hieß bisher, durch getrennte Einstellungen zu suchen — Datei-Sync an einer Stelle, Kalender an einer anderen, Mail an einer dritten, jede mit ihrem eigenen Formular. Bei Microsoft konnte das drei Anmeldungen bedeuten.
Jetzt gibt es ganz oben in den Vault-Einstellungen den Bereich Cloud-Konten. Du wählst einen Anbieter, wählst die Dienste, die Du von ihm willst — Dateien, Kalender, Mail — und meldest Dich einmal an. Jeder Dienst zeigt seinen eigenen Status, und die einzelnen Seiten Synchronisation, Kalender und E-Mail werden zu schlanken Verweisen auf das Konto; sie erscheinen erst, wenn ein Dienst tatsächlich verbunden ist. Nextcloud ist jetzt ein einziges Formular; Google und Microsoft fragen eine Anmeldung pro Konto ab statt eine pro Funktion. Die mobile App bekommt dieselbe Übersicht.
Deutlich mehr Mail-Anbieter
Das ist der Punkt, über den ich mich am meisten freue. E-Mail ist nicht mehr auf Google beschränkt.
Es gibt jetzt einen Anbieter-Katalog: eigene Kacheln für Apple/iCloud, mailbox.org, Fastmail, Yahoo, AOL, Zoho, Yandex, Mail.ru, Koofr und pCloud, jeweils ein einziges Formular, in das Du Deine Adresse und ein App-Passwort einträgst, und Plainva füllt die Server aus. Dahinter liegen ~46 geprüfte internationale IMAP-Vorlagen — Du tippst Deine Adresse, es erkennt den Anbieter automatisch, setzt die richtigen Hosts und Ports und zeigt einen kurzen Hinweis plus einen Link zur Anleitung des Anbieters.
Die Apple-Kachel richtet iCloud Mail und iCloud Kalender in einem Schritt ein. Das Einzige, was sie nicht kann, ist iCloud Drive für Datei-Sync — dafür bietet Apple keine Schnittstelle für Drittanbieter, also sagt die Kachel das ehrlich, statt so zu tun. (Wer nur den Kalender will: CalDAV funktioniert schon eine Weile — ein paar Tester haben es gefunden, bevor es die Kachel gab.)
Unter der Haube ist auch die Mail-Technik robuster geworden: STARTTLS und Proton-Bridge-Transport (damit die Proton Mail Bridge läuft, während jeder echte Server sein Zertifikat weiterhin streng prüft), serverseitige Suche, die Treffer aus dem ganzen Postfach liefert statt nur aus den bereits geladenen Nachrichten, ordnernamens-treue Verzeichnisse (ein Name wie „mailbox.org Rechnungen“ bleibt ganz) und saubere Zeichensatz-Behandlung für Nicht-ASCII-Suche.
Die ganze App, ein bisschen ruhiger
Unter der Haube ist dieses Release auch ein großer Design-Durchlauf. Über die Zeit hatte Plainva viel Einzelfall-Styling angesammelt — hier eine leicht andere Feldgröße, dort ein handgebautes Dropdown. 0.4.1 stellt Desktop, Handy und alle dreizehn Themes auf eine gemeinsame Designsprache: überall dieselben Feld- und Chip-Maße, echte theme-treue Auswahl-Panels statt nackter Browser-Dropdowns, klarere Menüs und Auswahl-Zustände und Kontraste, die in Hell und Dunkel WCAG AA erfüllen. Das ist die Art Änderung, die man nicht als Funktion bemerkt — die App fühlt sich einfach etwas gesetzter an.
Kalender-Feinschliff und die kleinen Dinge
Der Kalender hat eine Runde Fixes und Nettigkeiten bekommen: formatierte Markdown-Beschreibungen für Termine, einen einzelnen Termin in einen anderen Kalender verschieben, einen Standardkalender für neue Termine, standardkonforme HTML-Einladungen und schnelleren, selbständigeren Hintergrund-Sync. Die Seitenleiste hat jetzt einklappbare, sortierbare Sektionen für Lesezeichen und zuletzt geöffnete Notizen über dem Dateibaum, und Du kannst ein Bild in einer Notiz per Rechtsklick kopieren oder speichern, in Live-Vorschau und Lesemodus. Dazu ein paar kleinere Fixes — stabile Pinnwand-Sortierung, klarere Drive-Sync-Fehler und Microsoft-Mail, das Ordner über ihre Rolle anspricht.
macOS: signiert und notarisiert
Für 0.4.0 konnte ich die macOS-Builds signieren, aber nicht notarisieren — Apples Notarisierungs-Dienst hing zweimal stundenlang, also habe ich signiert-aber-nicht-notarisiert ausgeliefert und gebeten, per Rechtsklick → Öffnen zu starten. Das ist erledigt: die macOS-Builds von 0.4.1 sind signiert und notarisiert und starten normal. Windows-Signierung muss noch warten — dort heißt es beim ersten Start weiterhin „Weitere Informationen“ → „Trotzdem ausführen“.
Wer auf 0.2.x–0.4.0 ist, bekommt 0.4.1 über die eingebaute Aktualisierung angeboten; sonst liegt es auf der Releases-Seite. Reine Dateien, keine Formatänderungen — Deine Vaults laufen einfach weiter.
Eine Bitte: Die Android-App ist in der geschlossenen Beta, und das ist ein guter Moment, sie auszuprobieren. Google lässt sie erst in den Play Store, wenn 12 Leute sie 14 Tage am Stück testen — das Hilfreichste ist also, mitzumachen und sie einfach installiert zu lassen. Zwei Schritte: plainva.com/de/android-beta. iPhone läuft separat über TestFlight — Warteliste auf plainva.com.
- Download: Windows, macOS & Linux
- Feedback: GitHub Discussions oder ein Issue — besonders, wenn Du einen Mail-Anbieter verbindest, den ich noch nicht an einem echten Konto testen konnte.
— Marco