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Plainva 0.4.0: eine Pinnwand, neu organisierte Einstellungen und ein experimenteller Kalender und E-Mail-Client

19. Juli 2026

0.4.0 ist ein großes Release. Es gibt eine ganz neue Art, eine Datenbank anzusehen, das Einstellungsmenü ist von Grund auf neu gebaut, und zwei Dinge, die ich mir seit Jahren in einer Notiz-App gewünscht habe — ein Kalender und E-Mail — sind als frühe, experimentelle Vorschau gelandet. Weiterhin reine Markdown-Dateien, weiterhin Deine Festplatte, weiterhin keine Formatänderungen.

Eine Pinnwand für Deine Notizen

Ich wollte schon lange einen Google-Keep-Ersatz, der in meinen eigenen Dateien lebt. Also gibt es jetzt eine Pinnwand — einen achten .base-Ansichtstyp. Stell die Ansicht einer Datenbank auf „Pinnwand”, und sie wird zu einem Brett aus Karten im Keep-Stil: jede Karte zeigt die gerenderte Notiz — Text, Listen, anklickbare Checkboxen, Bilder — in Mauerwerk-Spalten angeordnet, mit einem Angepinnt-Bereich oben und allem anderen darunter.

Du erfasst direkt hinein: Ins „Notiz schreiben…”-Feld tippen, bei Bedarf einen Titel geben (der wird zum Dateinamen und zur H1), und es ist eine neue Notiz in Deinem Ablage-Ordner. Du kannst Karten per Drag anordnen, nach Label-Chips filtern (Deine Tags oder eine Mehrfachauswahl-Eigenschaft), jede Karte einfärben und ein paar Eigenschaften der Notiz direkt auf der Karte zeigen. Darunter ist es eine ganz normale Tabelle mit einem Render-Hinweis — öffnest Du dieselbe .base in Obsidian, ist es einfach eine normale Tabelle. Nichts zu migrieren.

Einstellungen, neu gebaut

Das alte Einstellungsmenü war eine einzige lange Scroll-Liste. Die ist weg. Auf dem Desktop ist jeder Bereich jetzt eine eigene Seite — Erscheinungsbild, Editor, Synchronisation, Backup und so weiter — aus ruhigen, benannten „Karten” gebaut, die zusammengehörige Optionen gruppieren, mit einer richtigen Vault-Identitätskarte oben statt eines gequetschten Dropdowns. Denselben Look habe ich dann ins .base-Konfigurationsmenü getragen: ein Reiter-Panel neben der Live-Ansicht (Ansicht / Spalten / Filter / Sortierung / Datenquelle), einen Icon-Kachel-Wähler für den Ansichtstyp, eine Sichtbar/Ausgeblendet-Aufteilung für Spalten und Filter, die als lesbare kleine Chip-Sätze ausgeschrieben sind und die Du zum Bearbeiten anklickst.

Mobil gab es das größere Umdenken. Die untere Leiste besteht jetzt aus drei Tabs, die Du selbst anordnest plus einem festen Mehr, ist ein schwebender Knopf, der Dir folgt, und öffnet direkt die Einstellungen. Die Einstellungen selbst sind ein Master-Detail-Layout mit einem eigenen Vaults-Screen. Es fühlt sich endlich nach einer Handy-App an statt nach einer auf ein Handy gequetschten Desktop-App.

Kalender und E-Mail — der experimentelle Teil

Jetzt der ehrliche Teil. Dieses Release bringt auch einen Kalender und einen E-Mail-Client mit, und beide sind bewusst als experimentell markiert.

Warum das Etikett: Alles andere in Plainva läuft vor der Auslieferung durch automatisierte Tests. Diese zwei können das nicht — sie reden mit echten externen Konten (CalDAV, Google, Microsoft; IMAP und SMTP), die ich in keiner Test-Umgebung durchspielen kann. Sie funktionieren, und ich nutze sie, aber ich sage lieber offen, wo ich stehe, als zu viel zu versprechen. Behalte ein Backup, und sag mir bitte Bescheid, wenn etwas nicht stimmt.

Was sie sind: Der Kalender ist ein echtes Zeitraster — Tag, 3 Tage, Woche, Monat und eine Agenda — mit Klick-zum-Anlegen, Ziehen zum Verschieben oder Verlängern, Serienterminen, Teilnehmern und RSVP, Farben je Termin und standardkonformen Einladungen, zwei-Wege-synchron mit CalDAV, Google und Microsoft. Es gibt auch einen mobilen Kalender. Der Mail-Client ist ein Drei-Spalten-Leser/-Verfasser: lesen über IMAP oder Microsoft Graph, verfassen mit An/Cc/Bcc-Chip-Zeilen und senden über SMTP oder Graph, und eine Nachricht in eine Notiz oder Aufgabe verwandeln — oder eine Notiz direkt aus ihrem Menü per Mail verschicken. Externe Inhalte sind in einer abgeschotteten Ansicht standardmäßig blockiert.

Wenn Du nichts davon willst, siehst Du auch nichts davon — es ist Opt-in, Konto für Konto.

Ein paar kleinere Dinge, für die sich das Update lohnt

Du kannst eine Checkbox in eine Aufgabendatenbank befördern: Leg eine Standard-Aufgabendatenbank fest, und jedes - [ ] in einer Notiz kann zu einer richtigen Aufgaben-Notiz werden — mit Fälligkeit, Tags und einem Rücklink —, während die Ursprungszeile zu einem Wiki-Link wird. Ein unaufgelöster [[Link]] erscheint jetzt gedämpft und gestrichelt, und ein Klick legt die Notiz an und öffnet sie, genau wie in Obsidian. Leere Ordner syncen jetzt in beide Richtungen, Ordner-Picker durchsuchen Dein Live-Dateisystem (ein gerade angelegter Ordner ist also wählbar), und .base-Selektoren bieten nur noch Eigenschaften eines passenden Typs an.

Und macOS: die Builds sind jetzt signiert (mit meiner Developer ID). Die Notarisierung kommt separat nach — vorerst beim ersten Start einmal Rechtsklick → Öffnen.

Wenn Du auf 0.2.x oder 0.3.x bist, bietet Dir der eingebaute Updater 0.4.0 an; sonst liegt es auf der Releases-Seite. Reine Dateien, keine Formatänderungen — Deine Vaults funktionieren einfach.

Eine Bitte: Die Android-App ist in der geschlossenen Beta, und das ist ein guter Moment, sie auszuprobieren. Google lässt sie erst in den Play Store, wenn 12 Leute sie 14 Tage am Stück testen — das Hilfreichste ist also, mitzumachen und die App einfach installiert zu lassen. Zwei Schritte: plainva.com/de/android-beta. Das iPhone läuft separat über TestFlight — Warteliste auf plainva.com.

— Marco