Erste Schritte

Stand: 2026-09-07

Diese Seite bringt Dich von der Installation zum ersten Arbeiten: Vault öffnen oder anlegen, die Oberfläche kennenlernen, die drei Editor-Modi verstehen.

Systemanforderungen

Plainva zeichnet sein Fenster mit der Web-Engine des Systems — die Engine, nicht der Prozessor, bestimmt die Untergrenze:

Die Grenze der Engine ist Safari 16.4, und unter macOS entscheidet darüber die Systemversion: Eine App zeichnet ihr Fenster mit der System-WebView, und die kommt mit den macOS-Updates, nicht mit Safari. Auf einem Mac, den Apple nicht mehr aktualisiert, kann Safari deshalb weit neuer sein als die Engine, die jede andere App bekommt — Monterey bleibt bei Safari 15.6.1, so aktuell sein Safari auch ist. Ventura erreichte 16.4 mit 13.3, dort liegt die Untergrenze; ein neueres Safari verschiebt sie nicht.

Auf einem System darunter sagt Plainva das beim Start, statt ein leeres Fenster zu öffnen.

Linux: welche Datei. Auf Fedora, openSUSE und anderen RPM-Distributionen installierst Du das .rpm, auf Debian und Ubuntu das .deb — beide nutzen WebKitGTK, Mesa und Wayland Deines Systems. Das .AppImage ist der Ausweg für Distributionen ohne Paket: Es bringt eigene Kopien einiger Bibliotheken mit, und auf einem sehr neuen System (Mesa 25 oder neuer) können die mit der Grafik des Systems kollidieren. AppImages nach 0.8.0 umgehen das beim Start; bleibt ein Fenster trotzdem leer, starte es aus einem Terminal und lies die Meldung — EGL_BAD_PARAMETER meint genau das, und das .rpm oder .deb ist der Weg daran vorbei. Ein leeres Fenster auf einer NVIDIA-Karte ist etwas anderes: Probiere WEBKIT_DISABLE_DMABUF_RENDERER=1 ./Plainva*.AppImage (eine WebKitGTK-Einstellung, siehe Tauris Hinweise zur Linux-Grafik).

Was ist ein Vault?

Ein Vault ist ein ganz normaler Ordner auf Deinem Rechner, in dem Deine Markdown-Notizen liegen. Plainva legt darin einen versteckten Unterordner .plainva/ für den Suchindex und Einstellungen an — Deine Notizen selbst bleiben unangetastete .md-Dateien. Du kannst mehrere Vaults haben (z. B. „Privat” und „Arbeit”) und zwischen ihnen wechseln.

Einen Vault öffnen oder anlegen

Beim allerersten Start — bevor Du je einen Vault geöffnet hast — zeigt Plainva einmalig ein kurzes Willkommen. Es erklärt in drei Zeilen, worauf Plainva aufbaut, zeigt daneben eine kleine Vorschau der Oberfläche und bietet direkt die drei Wege hinein an: Vault öffnen, Neuer Vault und Aus anderer App importieren. Mit Später überspringst Du es und landest auf dem normalen Willkommensbildschirm; wieder erscheint es nicht — es sei denn, Du holst es unter Einstellungen → Start & Verhalten → Willkommensbildschirm zurück.

Nach einem Update zeigt dieselbe Stelle, was sich geändert hat: die größte Neuerung dieser Version mit eigener Überschrift, der Rest als je eine Zeile. Er erscheint einmal je Version — unter Einstellungen → Start & Verhalten → Release-Highlights erneut anzeigen kannst Du ihn jederzeit erneut aufrufen.

Beim Start begrüßt Dich der Willkommensbildschirm:

Unter Kürzliche Vaults findest Du alles, was Du schon einmal geöffnet hast. Mit Aus Liste entfernen verschwindet ein Eintrag nur aus Plainva — die Dateien bleiben auf der Festplatte. Die Option Letzten Vault beim Start automatisch öffnen überspringt den Willkommensbildschirm künftig. Beim Entfernen fragt Plainva, ob zusätzlich alle App-Daten des Vaults vergessen werden sollen (Suchindex, Einstellungen, Fenster-Layout, Zugangsdaten für Sync, Kalender und Postfächer; automatische ZIP-Backups nur über die extra Checkbox) – Dein Vault-Ordner bleibt in jedem Fall unangetastet.

Die Oberfläche

Die drei Editor-Modi

Oben rechts im Editor wechselst Du den Modus:

ModusWofür
LesemodusFertig gerenderte Ansicht zum Lesen und Navigieren. Links öffnen direkt in Plainva.
Live-VorschauDer Standard zum Schreiben: Markdown wird beim Tippen gerendert, Formatierungszeichen erscheinen nur, wo Du gerade arbeitest.
Markdown SourceDer rohe Text ohne Rendering — für volle Kontrolle.

In welchem Modus Notizen öffnen, bestimmst Du über die Standard-Ansicht unter Einstellungen → App → Editor & Notizen (Lesen, Live oder Quelltext). Ein manueller Wechsel im Editor gilt je Datei für die laufende Sitzung.

Zusätzlich kannst Du zwischen Lesbare Breite und Volle Breite umschalten.

Dateibaum-Grundlagen

Tägliche Notizen

Der Knopf Tageseintrag in der linken Aktionsleiste öffnet bzw. erstellt die Notiz des Tages. Basis-Ordner, Datumsformat und eine optionale Vorlage stellst Du unter Einstellungen → Vault → Inhalt & Struktur (über Ordner auswählen… neben dem Feld wählst Du den Ordner auch direkt im Vault) ein.

Das Datumsformat nutzt dieselben Kürzel wie Obsidian: YYYY Jahr, MM Monat, DD Tag, dddd Wochentagsname — YYYY-MM-DD dddd ergibt 2026-07-29 Wednesday. Text, der unverändert bleiben soll, gehört in eckige Klammern: [Tagebuch] YYYY-MM-DD. Monats- und Wochentagsnamen sind immer englisch, damit ein Wechsel der App-Sprache Deine vorhandenen Tagesnotizen nicht unauffindbar macht.

Der Kalender rechts ist eine Tagesübersicht: Ein Klick auf ein Datum öffnet den Kalender-Tab an diesem Tag; ein Rechtsklick öffnet ein Menü, das oben den Tag nennt und Kalender öffnen, Tageseintrag sowie die Termine und fälligen Aufgaben des Tages anbietet. Tage mit einer Tagesnotiz tragen ein kleines Sonnen-Symbol, Tage mit Terminen farbige Punkte je Kalender. Der Heute-Knopf bringt Dich zurück zum aktuellen Monat; ein Klick auf das Monatslabel öffnet eine Schnellauswahl für Monat und Jahr. Dort blendest Du über Kalenderwochen anzeigen auch eine KW-Spalte ein — die Einstellung bleibt gespeichert.

Einstellungen

Einstellungen (Zahnrad unten in der Aktionsleiste ganz links oder Strg+,) schließen über das X oben rechts, Esc oder einen Klick außerhalb des Fensters. Änderungen speichern sofort automatisch — nur Cloud-Zugangsdaten übernimmst Du bewusst per Verbinden im Bereich Cloud-Konten (siehe Sync einrichten). Die Einstellungen sind zweigeteilt; jeder Bereich in der linken Leiste öffnet seine eigene Seite, auf der die Einstellungen in benannten Gruppen-Karten liegen:

Tabs

Mehrere Fenster

Plainva muss nicht in einem Fenster bleiben. Was Du gerade brauchst, kann daneben stehen:

Ein herausgelöstes Fenster ist ein vollwertiges Plainva: es hat Reiter, lässt sich teilen und speichert über dieselbe Kette wie das Hauptfenster. Was es bewusst nicht hat, sind Seitenleisten und Aktionsleiste — es soll eine Sache zeigen.

Ein zweites Fenster hat beides — und es hat seinen eigenen Vault. Beim Öffnen zeigt es den des Hauptfensters; über den Vault-Wechsler unten links schaltet es auf einen anderen um, ohne das Hauptfenster mitzunehmen. Einstellungen, Import-Assistent und das Anlegen eines neuen Vaults bleiben beim Hauptfenster — die Knöpfe sind da, und ein Druck darauf holt das Hauptfenster nach vorn und öffnet die Fläche dort. Alles, was mit Deiner Arbeit zu tun hat, ist in beiden gleich: Bearbeiten, Speichern, Suchen und der Sync-Zustand in der Statusleiste. Breite der Seitenleisten und was Du eingeklappt hast, gehören jedem Fenster für sich.

Ein Inhalt ist immer nur in EINEM Fenster offen. Öffnest Du eine Notiz, die woanders schon aufgeschlagen ist, kommt dieses Fenster nach vorn. Das ist Absicht: zwei Editoren auf derselben Datei sind der sicherste Weg, Arbeit zu verlieren. Beim Verfassen von Nachrichten gilt das nicht — zwei Mails gleichzeitig zu schreiben ist normal.

Die Nadel im Fenstertitel hält ein Fenster im Vordergrund, während Du im anderen arbeitest.

Beim nächsten Start kommen alle Vaults zurück, die ein Fenster hatten, und ihre Zusatzfenster dorthin, wo sie waren. Wenn Du das nicht möchtest: Einstellungen → Start & Verhalten → Fenster. Eine noch nicht gesendete Nachricht wird nie wiederhergestellt — was in einem Verfassen-Fenster steht, lebt im Arbeitsspeicher, und ein Fenster, das behauptet, es aufbewahrt zu haben, wäre schlimmer als keins.

Mehrere Vaults gleichzeitig

Zwei Vaults nebeneinander — Arbeit und Privat, Projekt und Archiv — brauchen zwei Fenster: ein Fenster zeigt genau einen Vault. Öffne ein zweites Fenster (Befehls-Palette → Zweites Fenster öffnen) und wechsle darin unten links den Vault. Ab dann laufen beide: eigene Suche, eigener Sync, eigene Erinnerungen.

Leisten & Bereiche anpassen

Die Aktionsleiste ganz links, die Reiter der linken Seitenleiste, die Abschnitte über dem Dateibaum und die Abschnitte der rechten Seitenleiste folgen alle derselben Mechanik.

Die Aktionsleiste bietet Neue Notiz, Neuer Ordner und Neue Datenbank (.base) an. Alle drei legen im ausgewählten Ordner des Dateibaums an; ist eine Datei ausgewählt, in deren Ordner; ist nichts ausgewählt, auf der obersten Ebene. Der Tageseintrag hält sich nicht daran — er gehört immer in den Ordner, den Du in den Einstellungen dafür festgelegt hast. Brauchst Du eine der drei nicht, blende sie aus.

Direkt an Ort und Stelle: Halte einen Knopf oder eine Abschnitts-Überschrift gedrückt und ziehe ihn an seine neue Stelle — ein normaler Klick löst weiterhin nur aus, und wer beim Halten scrollt, scrollt (das Ziehen bricht dann ab). Mit Esc brichst Du ein laufendes Ziehen ab. Ein Rechtsklick bietet dieselben Aktionen ohne Halten: Nach oben, Ausblenden und Leisten anpassen….

Zentral: Unter Einstellungen → Vault → Leisten & Bereiche liegen alle fünf Leisten untereinander — auch die Navigationsleiste des Telefons, die Du damit am großen Bildschirm anordnen kannst. Jede ist eine Liste mit einer Trennlinie: Was darüber steht, ist sichtbar; was darunter steht, ist ausgeblendet. Verschoben wird hier mit dem Zieh-Griff — auf dieser Seite wird eine Liste geordnet, deshalb ist der Griff hier richtig. Ziehst Du an den oberen oder unteren Rand, scrollt die Seite mit, sodass ein Eintrag auch von ganz unten nach ganz oben in einer Bewegung wandert.

Zwei Dinge lassen sich bewusst nicht ausblenden: Hilfe und Einstellungen ganz unten in der Aktionsleiste, und der Reiter Dateien der linken Seitenleiste. Alles andere darfst Du ausblenden; ausgeblendete Aktionen der Aktionsleiste bleiben über die Befehls-Palette (Strg+P) erreichbar. Abschnitte der rechten Seitenleiste, die zur geöffneten Notiz nichts zu zeigen haben, erscheinen ohnehin gar nicht erst.

Die Anordnung gehört zum Vault und reist über die Einstellungs-Synchronisation zu Deinen anderen Geräten. Ein Vault, in dem Du nichts geändert hast, folgt Deinem Standard — den setzt Du mit Als Standard übernehmen, und mit Auf Standard zurücksetzen kehrt ein angepasster Vault dorthin zurück.

Oberfläche anpassen

Der Graph

Über Strg/Cmd+Umschalt+G (oder die Sektion Graph in der rechten Seitenleiste) siehst Du Dein Vault als Karte: Ordner als Blasen, Notizen als Knoten, Relationen als beschriftete Kanten — samt Aufräum-Modus und Zeitreise. Details: Graph.

Globale Einstellung der rechten Seitenleiste

Abschnitte, die zur geöffneten Notiz nichts zu zeigen haben — Gliederung, Backlinks, Eigenschaften, Datenbanken — erscheinen gar nicht erst, statt als graue Zeile stehen zu bleiben. Die gesamte rechte Seitenleiste merkt sich für Notizen eine globale Einstellung; Vollflächenansichten ohne Notizkontext schließen sie nur vorübergehend.

Wenn Du die Leiste schmal ziehst, wechselt sie in drei Stufen, damit nichts zerbricht:

Schmaler als 200 px lässt sich die rechte Leiste nicht ziehen — darunter ist kein Abschnitt mehr bedienbar. Die linke Leiste darf weiter bis 150 px, weil Dateinamen dort einfach kürzen.

Siehe auch