Datenbanken (.base)

Stand: 2026-07-26

Mit .base-Dateien verwandelst Du Notizen in Datenbanken: Tabellen, Boards, Kalender — mit Filtern, typisierten Eigenschaften und Relationen zwischen Datenbanken. Das Konzept ähnelt Notion-Datenbanken, mit einem entscheidenden Unterschied: Die Daten liegen nicht in der Datenbank, sondern in Deinen Notizen.

Tipp: Legst Du einen neuen Vault mit der Vorlage PARA, GTD, Zettelkasten oder Journal an (siehe Erste Schritte), sind passende Datenbanken bereits fertig eingerichtet und untereinander verknüpft — ein guter Ausgangspunkt, um zu sehen, wie alles zusammenspielt.

Das Kernkonzept

Eine .base-Datei speichert nur die Sicht auf Deine Notizen: welche Quellen (Ordner, Tags), welche Ansichten, welche Filter und Spalten. Die eigentlichen Werte stehen im Frontmatter der einzelnen Markdown-Notizen — jede Tabellenzeile ist eine Notiz.

Das heißt konkret:

Das Dateiformat ist mit Obsidians Bases-Format kompatibel (Details am Seitenende).

Eine Datenbank anlegen

Jede Datenbank kann ein eigenes Icon mit Icon-Farbe der Datenbank tragen — sichtbar im Dateibaum, in Tabs und im Header.

Eine Datenbank kann außerdem als Standard-Aufgabendatenbank des Vaults dienen (Einstellungen → Inhalt & Struktur): Die Aufgabenansicht zeigt deren Einträge dann als eigenen Bereich und kann Checkboxen aus Notizen dorthin verschieben.

Ansichten

Eine Datenbank kann beliebig viele Ansichten haben; jede hat einen Ansichtstyp:

AnsichtWofür
TabelleKlassisches Raster, sortierbar, mit Inline-Editing und optionalen Unterelementen
ListeKompakte Zeilenliste
GalerieKarten mit optionalem Titelbild
BoardKanban-Spalten, gruppiert nach einer Eigenschaft (Gruppieren nach) — Karten per Drag verschieben ändert den Wert; eine Spaltenüberschrift per Drag ordnet die Spalten um
KalenderEinträge nach Datumsfeld auf einem Monatskalender, Einträge per Drag verschiebbar
ZeitachseZeitstrahl mit Startdatum und optionalem Enddatum
PinnwandNotizzettel-Brett im Google-Keep-Stil — Karten zeigen den gerenderten Notiz-Inhalt (eigener Abschnitt unten)

Ansicht hinzufügen legt neue an; über Ansichts-Optionen kannst Du Umbenennen, Duplizieren, Löschen und die Reihenfolge per Drag ändern. Welche Ansicht zuletzt aktiv war, merkt sich Plainva pro Datei. Kalender und Zeitachse brauchen ein Datumsfeld (Nur Datum oder Datum & Uhrzeit als Format); Einträge zeigen die in den Eigenschaften aktivierten Felder an.

Konfigurieren: Reiter für Ansicht, Spalten, Filter, Sortierung, Datenquelle

Der Knopf Konfigurieren (oben rechts) öffnet das Panel neben der laufenden Ansicht — so siehst Du jede Änderung sofort in der Tabelle bzw. dem Board. Oben wählst Du über Reiter einen Bereich; es ist immer nur einer sichtbar, statt einer langen Liste. Eine kleine Marke zeigt je Bereich, ob er Diese Ansicht oder die Ganze Datenbank betrifft:

Auf dem Smartphone öffnet Konfigurieren dieselben Bereiche als Liste; ein Tippen führt in den jeweiligen Detail-Bereich, der Zurück-Pfeil führt heraus.

Eigenschaften und Feldtypen

Ein Klick auf einen Spaltenkopf öffnet den Eigenschafts-Editor (Eigenschaft: X):

Hinweise zum Verhalten:

Relationen

Relationen verknüpfen Notizen miteinander — wie in Notion, aber gespeichert als ganz normale [[Wiki-Links]] im Frontmatter (in Obsidian als klickbare Property-Links sichtbar).

Wo gehört diese Notiz hin? (Datenbank-Kontext)

Öffnest Du einen Datenbank-Eintrag direkt — aus dem Dateibaum, über die Suche oder einen [[Link]] —, sagt Dir Plainva jetzt, in welchem Zusammenhang die Notiz steht:

Neue Einträge anlegen

Der Eintrag-Knopf oben links (vormals Neu; klar getrennt vom globalen Neu der Seitenleiste) erstellt ein neues Element:

Pinnwand (Notizzettel wie in Google Keep)

Der Ansichtstyp Pinnwand zeigt die Notizen der Datenbank als Karten mit ihrem gerenderten Inhalt — ein Brett voller Notizzettel. Karten rendern Text, Listen und anklickbare Kontrollkästchen (ein Klick hakt die Aufgabe direkt in der Notiz ab), Bilder und Formatierung; Tabellen, Formeln und Einbettungen erscheinen als dezente Platzhalter. Ein Klick auf eine Karte öffnet die Notiz im Vorschaufenster.

Hinweis für synchronisierte Vaults: Ordnen zwei Geräte das Brett gleichzeitig an, kann eine .CONFLICT-Kopie der .base-Datei entstehen — betroffen ist nur die Anordnung, nie der Inhalt der Notizen; die Kopie kannst Du löschen oder zusammenführen.

Bedienung im Alltag

Löschen mit Zusammenhängen (Kaskadenlöschung)

Löschst Du etwas, an dem andere Einträge hängen, zeigt Plainva vor dem Löschen einen Überblick statt einer bloßen Ja/Nein-Frage:

Über Elemente anzeigen öffnest Du je Gruppe eine Liste mit einer Checkbox pro Element — Du kannst also einzelne Elemente vom Löschen ausnehmen. Der rote Knopf zählt live mit („15 Dateien löschen”). Verweise bereinigen (standardmäßig an) entfernt Verweise auf Gelöschtes aus den Eigenschaften der verbleibenden Notizen; Links im Fließtext bleiben unverändert. Ab der bekannten Schwelle für große Löschungen erscheint zusätzlich die zweite Sicherheitsabfrage, und bei aktivem Sync wird die Löschung auch in der Cloud ausgeführt. Für jede gelöschte Datei bleibt ein Versions-Snapshot erhalten — wiederherstellbar über Gelöschte Dateien wiederherstellen. Wird die als Standard-Aufgabendatenbank eingestellte Datenbank gelöscht, setzt Plainva die Einstellung zurück und entfernt Vorlagen-Zuordnungen; Aufgaben bei Google/Microsoft bleiben davon unberührt. Auf dem Handy erscheint derselbe Überblick als Sheet mit Gruppen-Häkchen und Zähler (ohne Einzel-Abwahl).

Beispiel: so sieht eine .base-Datei aus

.base-Dateien sind YAML — hier eine einfache Projektliste:

filters:
  and:
    - 'file.hasTag("projekt")'
properties:
  note.status:
    displayName: Status
    plainva:
      input: status
      options:
        - value: offen
          color: teal
          group: Aktiv
        - value: erledigt
          color: gray
          group: Abgeschlossen
views:
  - type: table
    name: Alle Projekte
  - type: table
    name: Board
    plainva:
      render: board
      groupBy: status

Alles Plainva-Spezifische (Farben, Board-Darstellung, Relationen, Ablage-Ordner) liegt unter plainva:-Schlüsseln.

.base-Dateien direkt bearbeiten (Werkzeuge und KI)

Wenn ein Skript oder ein KI-Assistent .base-Dateien schreibt, ohne den Weg über Plainva zu gehen, zählen drei harte Regeln — bei einem Verstoß weigert sich Obsidian, die ganze Datei zu öffnen:

Noch eine Stolperfalle: Eigenschafts-IDs sind in der properties:-Map und in order/sort einer View note.-präfigiert (note.status), aber bare in Filter-Ausdrücken (status == "Erledigt") und in plainva-Unterschlüsseln (groupBy: status).

Der vollständige Formatvertrag — jedes Feld, das komplette zweiseitige Relations-Beispiel und die Regeln fürs sichere Bearbeiten — steht in der Dateiformat-Referenz.

Und Obsidian?

Das Format entspricht Obsidians Bases-Format; Plainva schreibt seine Erweiterungen ausschließlich in plainva:-Unterschlüssel, die Obsidian ignoriert („graceful degradation”):

Siehe auch